Rückblick 2017

01.03.2017 Das diesjährige Berliner Anwenderforum E-Government lockte knapp 320 Besucher nach Berlin. Interessante Vorträge, Best Practices und Diskussionen rund um das Thema der digitalen Transformation sorgten für ein durchweg positives Feedback.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen stand die Frage, wie man angesichts der wachsenden Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnik gleichzeitig eine erfolgreiche IT-Konsolidierung mit Konzentration der IT-Infrastrukturen, der gemeinsamen Nutzung von zentral betriebenen Basiskomponenten und eine rossortübergreifende Digitalisierung umsetzen kann.

Die Schirmherren eröffneten das Anwenderforum

Dr. Michael Wilhelm, Staatssekretär und CIO des Freistaates Sachsen, eröffnete die Veranstaltung zum Thema Verwaltungsmodernisierung und IT-Sicherheit. Hierbei ging er auf das Problem der Cyberangriffe durch Hacker ein und verwies darauf, dass ohne eine sichere IT-Landschaft die Modernisierung in der Verwaltung nicht möglich sei. Mit der TU-Dresden entwickelte des Sächsische Innenministerium beispielsweise einen sogenannten „Honeypot“, um Eindringlinge anzulocken und somit Schwachstellen zu identifizieren.

Die neue Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik der Senatsverwaltung Berlin – Sabine Smentek – berichtete über die Eckpfeiler des Berliner E-Government-Gesetzes: die Erwartungen der BürgerInnen und der Wirtschaft besser erfüllen, Verwaltungsprozesse digitalisieren und eine einheitliche IKT-Architektur bereitstellen. Für Ines Fiedler (Vorständin des ITDZ Berlin) ist des E-Government-Gesetz die Chance das Verwaltungsverfahren und die internen Abläufe zu digitalisieren und einheitliche Standards zu schaffen um somit die digitale Transformation voranzutreiben.

Prozessmanagement als ein Schlüsselfaktor für die Digitalisierung

Die Vorträge in den Fachforen beschäftigten sich mit der Frage, wie Prozesse in E-Government-Projekten effektiv und effizient gestaltet werden können. Fabian Starosta vom Bundesverwaltungsamt beleuchtete die organisatorischen Schwerpunkte innerhalb eines Automatisierungsprojekts und verdeutlichte, dass auch neben der Technik die Menschen gestalten und begleiten sollten. Über das Projekt „Sollprozesse Bewohnerparkausweis“ berichtete Sina Fischer von der GStGPM und stellte Prozesse dar, die analysiert und optimiert wurden, so beispielsweise die Vermeidung bzw. Reduzierung von Medienbrüchen. Dementsprechend konnten das Online-Angebot und neue IT-Fachverfahren eingeführt werden.

Compliance und EU-Datenschutzgrundverordnung

Das rechtsförmige Handeln der Verwaltungen steht aufgrund der Informationsverarbeitung und –technologie vor weiteren Herausforderungen bei der Verwaltungsmodernisierung. Andreas Werner (INFORA) gab in seinem Update einen kurzen Überblick zur EIDAS-VO sowie zur EU-Datenschutzgrundverordnung, die seit dem 25. Mai 2016 in Kraft getreten ist.  Hendrik Hackmann von der regio iT wies darauf hin, dass der nationale Gesetzgeber nun zwei Jahre Zeit hat, die Stellen in der Datenschutzgrundverordnung, an denen Öffnungsklauseln vorhanden sind, durch nationale Gesetze zu konkretisieren.

Barrierefreiheit als Grundvoraussetzung für den elektronischen Zugang

Karin Zimmermann und Heike Kappe – Mitglieder der Fachgruppe Barrierefreiheit in der IT des Landes NRW – stellte die Tätigkeiten der Fachgruppe vor, die u.a. in Ausschreibungsverfahren, Hardwareentwicklung, Überarbeitungsprozesse, E-Akte, Datenbankgrundbuch sowie Testverfahren eibezogen ist. Dr. Sdorra vom Kammergericht Berlin erläuterte eindrucksvoll unter Berücksichtigung des E-Government-Gesetzes Berlin, was unter Barrierefreiheit zu verstehen ist, wie sie umgsetzt werden kann und welche Herausforderung und Chancen sie bietet.